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Anselm Kiefer: Auf den Spuren des Seins. Ausstellung "Aquarelle und Bücher 1969-2017" im HAUS KIEFER in Ottersdorf (Rastatt)

Martina Sauer • 12. August 2026

Foto: HAUS KIEFER, Anselm Kiefer. Noch nicht. 1974. Aquarell, Kugelschreiber auf Papier, 23,3 x 32 cm

Angebot: Führung mit thematischen Schwerpunkt in Kunst und Philosophie (mit Security außerhalb der Öffnungszeiten) in der neuen Ausstellung im HAUS KIEFER im Badischen Ottersdorf zum Thema:


Auf den Spuren dessen, was das Menschsein im Allgemeinen und sein Sein in Beziehungen ausmacht


Welche Themen bringt Anselm Kiefer in seinen Aquarellen und Büchern zum Ausdruck? Unterscheiden sie sich von seinen großformatigen Materialbildern und Installationen?


Das waren meine Ausgangsfragen als ich die neue Ausstellung im HAUS KIEFER erkundete. Das Museum liegt am Rhein nahe der Grenze zum Elsass in Ottersdorf (Rastatt), wo Kiefer seine Jugend verbrachte. Das Gebäude wurde vom Künstler erworben und 2025 von ihm eröffnet.


In seinen Aquarellen greift er immer wieder Themen auf, die mich – als vermeintliche „Kennerin“ seines frühen, bis in die 1980er Jahre reichenden Werks, also jenes Werkkomplexes, den ich in zahlreichen Publikationen als Deutschlandbilder zusammengefasst habe – überraschen und doch in gewisser Weise auch wieder nicht.


Denn bei der Begegnung mit ihnen zeigt sich erneut, dass es grundlegende Fragen nach der eigenen Existenz ("Essenz und Existenz") sind und solche nach dem Sein des Menschen als Mann oder Frau und deren Wechselbeziehung, die Anselm Kiefer in dieser jüngsten von ihm kuratierten Ausstellung über Aquarelle und Bücher zum Thema macht.


Die Aufeinandersetzung mit Macht und Ohnmacht innerhalb der jeweiligen Rollenbilder lösten bei mir Respekt aus. Ein mir zuvor "unbekannter" Kiefer greift mit seinem Werk tiefgreifende Probleme in unserer Gesellschaft in seinen Aquarellen und Büchern auf.


Wie wichtig ihm dieses Thema ist, zeigte zudem seine aktuelle Ausstellung in Mailand im Palazzo Reale bis 27. September 2026. Unter dem "Alchemistinnen" zeigt die Werkschau über 40 monumentale Gemälde aus Blei, Asche, Stroh und Erde, die an vergessene Frauen der Wissenschaft und Alchemie erinnern.




Siehe zu Anselm Kiefers Werkserie der „Deutschlandbilder“ das Buch von Martina Sauer über den Künstler, das mit dem Hans-und-Lea-Grundig-Preis für Theorie der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgezeichnet wurde: Faszination und Entsetzen: Zur praktischen Relevanz ästhetischer Erfahrung am Beispiel von Anselm Kiefers „Deutschlandbilder“ [1. Aufl. 2012]. Heidelberg: Arthistoricum 2018 (kostenloser Download)


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