ANGEBOTE FÜHRUNGEN in Kunst und Philosphie


Museum Frieder Burda
Baden-Baden



bis 10. Januar 2027

Deutsch und Englisch, 60 min.

 Dr. phil. Martina Sauer



Entfaltung der Farbe. Simon Hantaï




Führung vor Ort nach Vereinbarung 60 Min.

Tel. +49 (0)7223 912 9174

Email: msauer@bildphilosophie.de



Führungen mit Martina Sauer im Museum Frieder Burda, Entfaltung der Farbe Simon Hantaï (bis 10.01.2027) Foto: 13.8.2026

Gemeinsames mit Jacques Derrida und Jean Luc Nancy realisiertes Buchprojekt von Simon Hantaï:

Le Toucher, limitierte Sonderedition, Paris; Galilée, 2000


Themenschwerpunkt der Führung:



Wie und was lösen Farbe und Form in uns aus?


Wie kommt es zur Abstraktion? Vermitteln abstrakte Bilder überhaupt noch einen Sinn und wenn ja, welchen?


Mit über 40 Hauptwerken präsentiert das Museum Frieder Burda erstmals eine Überblicksausstellung über den ungarischen Künstler Simon Hana
ï. Nach der Emigration aus Ungarn 1948 nach Paris orientierte sich der Künster am Surrealismus und Informel. Aspekte der Konzeptkunst und der Minimal Art sind darin ebenfalls auszumachen.

Inwiefern der Austausch mit dem Philosophen der Postmoderne Jacques Derrida für ihn ebenfalls wichtig wurde, lässt mich als Bild- und Kulturphilosophin aufmerken. Macht er doch auf Gemeinsamkeiten zwischen Derridas Konzept der "Spur" und damit der von uns Menschen (körperlich-fühlbaren) erlebaren Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und Hantaïs Werk nachvollziehbar.


Was abstrakte Kunst leisten kann und welchen tieferen Sinn Hantaï mit ihr zum Ausdruck bringen will, ist Thema der Führungen mit der Bild- und Kulturphilosophin Martina Sauer.



*Vgl. hierzu ergänzend die Publikationen von Martina Sauer zum Thema zum kostenfreien Download: (1.) den Aufsatz über die Postmoderne und Derrida und (2.) die Doktorarbeit zur Genese der Abstraktion:


(2020) What is reality? Walter Benjamin, Roland Barthes, Jacques Derrida, Judith Butler, and the artist Karin Kneffel on the deconstruction of the familar as liberation from determiniation. In: Martina Sauer (ed.) On the Postmodern Age [Art Style 6]: 101—120.


(1999/2000) Cézanne – van Gogh – Monet. Genese der Abstraktion, Doktorarbeit bei Gottfried Boehm, Universität Basel, Schweiz, 1989. 2. Aufl. 2014, Heidelberg: arthistoricum.net.


Museum HAUS KIEFER

Ottersdorf/Rastatt


Friedhofstr. 1, 76437 Rastatt-Ottersdorf



  Anselm Kiefer: Aquarelle und Bücher 1969-2017



ab 20. März 2026


Themenführungen

(mit Security außerhalb der Öffnungszeiten)

nach Vereinbarung in Deutsch oder Englisch,

90 Min.


Dr. phil. Martina Sauer

Email: msauer@bildphilosophie.de
Telefon: +49 7223 9129174 (AB)



"ICH WOLLTE PAPST WERDEN"
So lautete die Antwort des 80j. Anselm Kiefer während der Eröffnung des HAUS KIEFER in Otttersdorf im Badischen Rastatt am 27.4.2025,

Foto: Martina Sauer

Foto: HAUS KIEFER, Anselm Kiefer. Noch nicht. 1974. Aquarell, Kugelschreiber auf Papier, 23,3 x 32 cm

Themenschwerpunkt der Führung:



Auf den Spuren dessen, was das Menschsein im Allgemeinen und sein Sein in Beziehungen ausmacht


Welche Themen bringt Anselm Kiefer in seinen Aquarellen und Büchern zum Ausdruck? Unterscheiden sie sich von seinen großformatigen Materialbildern und Installationen?


Das waren meine Ausgangsfragen als ich die neue Ausstellung im HAUS KIEFER erkundete. Das Museum liegt am Rhein nahe der Grenze zum Elsass in Ottersdorf (Rastatt), wo Kiefer seine Jugend verbrachte. Das Gebäude wurde vom Künstler erworben und 2025 von ihm eröffnet.


In seinen Aquarellen greift er immer wieder Themen auf, die mich – als vermeintliche „Kennerin“ seines frühen, bis in die 1980er Jahre reichenden Werks, also jenes Werkkomplexes, den ich in zahlreichen Publikationen als Deutschlandbilder zusammengefasst habe – überraschen und doch in gewisser Weise auch wieder nicht.


Denn bei der Begegnung mit ihnen zeigt sich erneut, dass es grundlegende Fragen nach der eigenen Existenz ("Essenz und Existenz") sind und solche nach dem Sein des Menschen als Mann oder Frau und deren Wechselbeziehung, die Anselm Kiefer in dieser jüngsten von ihm kuratierten Ausstellung über Aquarelle und Bücher zum Thema macht.


Die Aufeinandersetzung mit Macht und Ohnmacht innerhalb der jeweiligen Rollenbilder lösten bei mir Respekt aus. Ein mir zuvor "unbekannter" Kiefer greift mit seinem Werk tiefgreifende Probleme in unserer Gesellschaft in seinen Aquarellen und Büchern auf.


Wie wichtig ihm dieses Thema ist, zeigte zudem seine aktuelle Ausstellung in Mailand im Palazzo Reale bis 27. September 2026. Unter dem "Alchemistinnen" zeigt die Werkschau über 40 monumentale Gemälde aus Blei, Asche, Stroh und Erde, die an vergessene Frauen der Wissenschaft und Alchemie erinnern.



Siehe zu Anselm Kiefers Werkserie der „Deutschlandbilder“ das Buch von Martina Sauer über den Künstler, das mit dem Hans-und-Lea-Grundig-Preis für Theorie der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgezeichnet wurde: Faszination und Entsetzen: Zur praktischen Relevanz ästhetischer Erfahrung am Beispiel von Anselm Kiefers „Deutschlandbilder“ [1. Aufl. 2012]. Heidelberg: Arthistoricum 2018 (kostenloser Download)