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Worauf beruht das (sozial)politische Verhalten des Menschen, dessen politische Extreme uns heute so umtreiben?

Martina Sauer • 19. Oktober 2026

Neuerscheinung:


Martina Sauer über "Ernst Cassirer. Zu den Grundlagen des (sozial)politischen Verhaltens. Ein Beitrag zur Philosophie der Symbolischen Formen. Die Künste",  in: The Philosophy of Ernst Cassirer, edited by Massimo Ferrari and Maja E. Soboleva, RUDN Journal of Philosophy 30,3, 2026, S. 831-850.

Worauf beruht das (sozial)politische Verhalten des Menschen, dessen politische Extreme uns heute so umtreiben? Die Voraussetzungen dafür - so zeigte sich - liegen erstaunlicher Weise in den Künsten!

vgl.: https://doi.org/10.22363/2313-2302-2026-30-3-831-850.

 

Schlüssig wird dieser Zusammenhang im Anschluss an den Neukantianer und kulturanthropologisch orientierten Philosophen Ernst Cassirer, und das obwohl dessen vierter von ihm geplante Band zur *Philosophie der Symbolischen Formen* (PSF) über die Künste nie geschrieben wurde. Die Gründe dafür liegen in der politischen Situation der 1930er Jahre in Deutschland. Denn die ersten drei Bände erschienen in den 20er Jahren. So ist es die systematische Verfolgung und Vertreibung kritischer Forscher und Wissenschaftler in der Zeit des Nationalsozialismus, die Cassirer zur Flucht über mehrere Stationen in die USA zwangen, sodass er – aus m.P. – den unmittelbaren Faden zum Konzept der PSF verlor.

 

Als Bildwissenschaftlerin und Philosophin beschäftigte ich mich früh mit Cassirer. Gleich die erste Publikation 2008 zum Thema (https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/3194/) wurde nach einem Vortrag und der Sichtung des Beitrags durch den Philosophen Prof. Dr. Lambert Wiesing aus Jena in einem Gutachten als wegweisend für bisher nicht herausgearbeitete Aspekte zu Cassirer beurteilt (vgl.: https://www.kunstgeschichte-ejournal.net/56/). Das motivierte mich natürlich.

 

Zahlreiche Publikationen in unterschiedlichen Kontexten und Anlässen erschienen seitdem im Zusammenhang mit Cassirer (vgl.: https://www.bildphilosophie.de/newpage4e2f8fbf). So freue ich mich sehr, dass nun auf Einladung der beiden renommierten Cassirer-Forscher Massimo Ferrari aus Italien (Turin) und Maja Soboleva aus Deutschland (Marburg) mein jüngster Beitrag über Cassirer erschien: https://journals.rudn.ru/philosophy/issue/view/2182.

 

In diesem Beitrag rückt – mit Blick auf die nach der PSF publizierten Bücher Cassirers - die Funktion der Künste in den Mittelpunkt. Sie lässt sich eng an den von dem Philosophen als lebendig beschriebenen Prozess der Kultur anschließen. Demzufolge bilden die Künste nicht nur *die* Grundlage für Erkenntnis, sondern auch für das (sozial)politischen Verhalten des Menschen. Voraussetzung dafür ist, dass - wie sich mit Cassirer zeigen lässt - auch die Künste ebenso wie Mathematik und Biologie auf universalen Gesetzen und Logik beruhen. (Der Text ist auf Deutsch verfasst):

 

Martina Sauer (2026): Ernst Cassirer: On the Foundations of (Social)political Behavior. A Contribution to the Philosophy of Symbolic Forms. The Arts. In: The Philosophy of Ernst Cassirer, edited by Maja Soboleva and Massimo Ferrari. RUDN Journal of Philosophy 30, 3, 831-850.


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