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Bild - Kultur - Philosophie

"Zur Wirkmacht der Bilder" (bzw. der Künste) - Erinnerung und Würdigung des verstorbenen Philosophen Bernhard Waldenfels in einem virtuellen Austausch post mortem († 23. Januar 2026 mit 93 Jahren

Martina Sauer • 12. Februar 2026

Es ist die Hingabe des Menschen an die Welt, die Waldenfels im Rahmen seiner Forschungen im Anschluss an phänomenologische Ansätze wie etwa die Husserls und Heideggers als zentralen Ausgangspunkt ansah.


Im Austausch mit ihm über diesen Zusammenhang (etwa in Hamburg im Warburg Haus, aber auch brieflich im Juli 2011 und 2012), verweist er darauf, dass er die Hingabe des Menschen an die Welt als ursprünglicher ansehe als die Begegnung des Rezipienten mit einem Bild oder das Tun des Gestalters beim Bildherstellen. Er begreife sie vielmehr als ein „Grundgeschehen“. Diesem Ansatz kann ich nur zustimmen:

 

 „Was ich Widerfahrnis, Pathos oder Af-fekt nenne,

eröffnet eine leiblich und auch zeitlich zu bestimmende Tiefendimension des Pathischen,

die ich in er Theorie formaler Sichtbarkeit,

aber auch in einer Hermeneutik des Bildsinns vermisse.“ (Brief aus München von Bernhard Waldenfels, 7.7.2011).

Waldenfels´ Forschungen aufzugreifen und sich an die Gespräche mit ihm auf Tagungen zu erinnern ist unvergesslich. In diesen Begegnungen lebt er wohl nicht nur in mir, sondern auch in anderen nach. Ihn entsprechend zu ehren und seine Forschungen zu würdigen kann ich schließlich nur von mir selbst aus, vgl. hierzu:

 

2006, in meiner Rezension zur Eröffnung des nationalen Forschungsschwerpunktes „Bildkritik“ (Eikones) von Gottfried Boehm in Basel: https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/3307/ und

2008 in der Rezension zum Tagungsband dazu (gemeinsam mit der Besprechung von Lambert Wiesings Buch über die „Sichtbarkeit des Bildes“): https://www.sehepunkte.de/2010/07/15646.html.

 

2011, in der Begegnung zur Tagung „Bruch, Schnitt, Riss´ in Hamburg https://www.hsozkult.de/event/id/event-66713 und

2014, mit der Veröffentlichung meines Tagungsbeitrags zur Frage der „Kunst als ästhetische Strategie“ in Auseinandersetzung mit dem Ansatz von Waldenfels, Heidegger, Cassirer und Böhme, in: „Visuelle Anthropologie“, hg. von dem Theologen und Philosophen Philipp Stoellger mit Marco Gutjahr: https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/3309/.

 

Sowie schließlich 2012 (2. Aufl. 2018), in einem Buchprojekt zur Einordnung von Bernhard Waldenfels zur Frage der „Handlungsrelevanz ästhetischer Erfahrung“: https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/344 (vgl. S. 56-61)


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